Ich habe Herrn Matthias Hetzel als sehr kompetenten und sympatischen Trainer in der Führungsschule München kennen gelernt. Unter dem Motto „Wir machen Vorgesetzte zu Führungskräften“ schult er in monatlichen Modulen und umsetzbaren „Häppchen“ rund um das Management. Besonders positiv ist mit aufgefallen, dass der Vertrauensaufbau sehr intensiv behandelt wird. Da mir dieses Thema am Herzen liegt, wollte ich mehr zu dazu erfahren. In einem kurzen Interview hat er mir folgende Fragen beantwortet:

sb: Herr Hetzel, Sie leiten die Führungsschule in München. Was ist die Führungsschule und was lernen Ihre Schüler bei Ihnen?

Als Inhaber der Führungsschule München bin ich einer von über 160 weltweiten Partnern von Crestcom, einer internationalen Akademie für Management-Training und Führungskräfteentwicklung. Wir begleiten Führungskräfte über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten in Ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung. Dabei werden die 10 wichtigsten Führungskompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit oder Kundenorientierung im Rahmen von monatlichen Impuls-Workshops erlebt, in Rollenspielen trainiert und konkret in die Arbeitspraxis umgesetzt. Die praktische Umsetzung unterstützen wir durch spezielle Tools sowie durch unsere persönliche Betreuung im Unternehmen.

sb: Ich weiss, dass Sie auch das Thema Vertrauen behandeln. Warum ist Vertrauen Ihrer Meinung im Management so wichtig? 

In der Tat ist es so, daß alles Reden einer Führungskraft nichts bewegt, wenn das Vertrauen fehlt. Im ersten Schritt geht es dabei um eine vertrauensvolle Verbindung zu den Mitarbeitern bevor wir über das Vertrauen der Kunden sprechen. Die Verbindung zu den Mitarbeitern im Unternehmen ist die Grundlage dafür, daß sie DIE Leistungsfähigkeit entwickeln und DIE Leistungsbereitschaft zeigen, zu der sie in der Lage sind. Wir wissen inzwischen auch, daß die meisten Kündigungen in Wahrheit nicht der Firma gelten. Vielmehr kündigen zwei von drei Mitarbeitern in Wahrheit ihrem Chef, bzw. ihrem unmittelbaren Vorgesetzten. Was bedeutete das? Schonungslos formuliert heißt dies: In all diesen Fällen hat der Chef in seiner Rolle als Führungskraft versagt und es versäumt, eine Verbindung aufzubauen. Wie schaffe ich es jedoch, eine vertrauensvolle Verbindung aufzubauen? Über eine innere und äußere Haltung der Wertschätzung und Anerkennung gegenüber anderen, über eine offene und authentische Art zu kommunizieren, über eine klare, geradlinige Ansprache und das Formulieren von Zielen und Erwartungen. Unentbehrlich ist nicht zuletzt auch ein persönliches Interesse am Mitarbeiter als Mensch!


sb: Eine Studie besagt, dass 60% der Kunden Produkte eines Unternehmens mit schlechtem Management bzw. Image nicht mehr kauften bzw. sogar das Unternehmen boykottierten. Wie können solche Umsatzverluste vermieden werden ODER Was macht eine Führungskraft vertrauenswürdig, um das Image einer Marke zu stärken. Die Frage, die sich hier stellt: Woran erkenne ich „schlechtes Management“? Die Transparenz der sozialen Medien hat hier einen wohl entscheidenden Beitrag geleistet, daß Führungskräfte nicht nur eine verantwortungsvolle Aufgabe unternehmensintern ausüben, sondern daß sie mehr und mehr auch im öffentlichen Blickfeld stehen und bereits kleine „Verfehlungen“ eine große Wirkung zeigen können. Ein abfälliger oder flapsiger Kommentar auf facebook, eine wenig durchdachte Online-Anzeige, schlechte Mitarbeiterkommentare beim Arbeitgeber-Bewertungsportal Kununu.com. Eine kleine Ursache, und das Betriebsklima in einer Firma wird mit einer „Giftmülldeponie“ verglichen oder ein unfreundlicher Kundenservice wird zum Kundenabschreckungsprogramm.

Um dies zu verhindern ist genau hier wiederum die Führungskraft gefragt. Vertrauensvolle Verbindungen und eine Kultur der Wertschätzung sind letztlich die wichtigste und nachhaltigste Grundlage für ein motivierendes Arbeitsumfeld. Und nur daraus können im zweiten Schritt vertrauensvolle Kundenverbindungen und eine langfristige Kundentreue erwachsen. J.W: Mariott, Inhaber der bekannten Hotel-Kette hatte EINE klare Botschaft an seine Führungskräfte im Umgang mit Mitarbeitern: „Motiviere sie, trainiere sie, kümmere Dich um sie und mache Gewinner aus ihnen! … Wir wissen, wenn wir unsere Mitarbeiter korrekt behandeln, werden sie die Kunden richtig behandeln. Und wenn die Kunden richtig behandelt werden, kommen sie wieder!“


sb: Ja, das macht Sinn. Doch in der Praxis erlebe ich es oft anders. Wenn ich bei Ihnen Führung und Vertrauensaufbau lernen kann … Wie genau behandelt die Führungsschule das Thema? 

Der Entwicklungsbeitrag, den wir hier leisten, beruht auf den Prinzipien nachhaltiger Verhaltensänderung, nämlich:
1) Lernen und Anwenden in kleinen Lerneinheiten
2) Themenwiederholung mit Perspektivenwechsel
3) das Erlernte an andere (Mitarbeiter) weiterzugeben und
4) die Umsetzung im Arbeitsalltag zu erleichtern (durch persönliche Begleitung)
Ganz konkret in Anlehnung an das Thema „Vertrauen im Management“ heißt das: Im Rahmen der 12-monatigen Ausbildung wird ein(e) Teilnehmer(in) monatlich neue Zusammenhänge und Perspektiven kennenlernen und in Rollenspielen erleben, wie Vertrauen zerstört, riskiert, pfleglich behandelt, schrittweise erarbeitet und langfristig gewonnen wird und wie sie sich selbst als Führungskraft und Persönlichkeit des Vertrauens positiv weiterentwickelt.

SB: Das klingt nach einem sehr kompakten und schlüssigen Konzept. Ich hoffe viele Unternehmer erkennen die Chancen in der Steigerung des Vertrauens und lassen sich bei Ihnen schulen. Vielen Dank für das sympathische und kompetente Gespräch.