Markenvertrauen: HIPP ist hipp

Von Published On: 21. November 2013Kategorien: CSR, Marketing, Nachhaltigkeit, Vertrauen

Kürzlich hatte ich das Vergnügen einem Vortrag von Prof. Dr. Claus Hipp zu lauschen. Er hat einen Saal mit etwa 3000 Menschen in seinen Bann gezogen und fasziniert. Es war muxmäuschen still und die Zuhörer klebten an seinen Lippen. Dieser Mann hat wirklich etwas geschaffen. Und er hat offen und ehrlich berichtet, wie er es macht, wie er tickt, wie er führt, wie er Probleme löst, wie er Produkte entwickelt und wie er das Marketing anpackt. Das Learning für mich, meine Arbeit und andere Unternehmer … Er setzt auf Vertrauen, Qualität, Nachhaltigkeit und wahre Werte.

Ein Mann, dem Mamis vertrauen

Prof. Dr. Claus Hipp ist Jurist, Unternehmer, Umweltschützer, Mütter-Versteher, Opa, Werbefigur, Gutmensch und Vorbild.

Warum? Weil Prof. Dr. Hipp es geschafft hat, der Marke HiPP Vertrauen und ein positives Image zu verleihen. Sein Leitspruch: „Beste Qualität zu fairen Preisen“. Und welche Mutter will nicht das BESTE für Ihr Kind? So ist es bei HiPP nicht erst seit den 90er Jahren hipp, auf ökologische Herstellung zu setzen. HiPP erzeugt bereits seit mehr als 50 Jahren Babykost in höchster Bio-Qualität. Der Boden wird sorgfältig ausgewählt, das Saatgut ist unbehandelt, Obst und Gemüse reifen in Ruhe und entfalten ihren vollen Geschmack. Mit der gleichen Sorgfalt wird auch das Bio-Fleisch für die HiPP-Menüs produziert.

Vertrauen schafft weltweite Nachfrage

Seit in China vermehrt Lebensmittelskandale an die Öffentlichkeit geraten, steigt die Nachfrage aus Asien nach HiPP-Produkten enorm. Teilweise sind die Milchregale in Deutschland leergeräumt und HiPP hat Mühe, die Nachfrage zu stillen. Endverbraucher kaufen in großen Mengen HiPP-Produkte, um diese im Internet nach China zu verkaufen. Mehr zur Nachfrage aus Asien finden Sie direkt auf der HiPP-Webseite.

Das macht HiPP so hipp

Wie hat sich das Familienunternehmen dieses hohe Markenvertrauen geschaffen? Prof. Dr. Claus Hipp erklärt ganz offen, wie er sein Unternehmen führt. Zusammengefasst habe ich hier die sieben wichtigsten Punkte.

1. Werte & Nachhaltigkeitsrichtlinien schaffen Vertrauen

Ein klares Wertesystem macht es dem Unternehmen leichter, schnelle Entscheidungen zu fällen. Gelebte Werte helfen auch, die passenden Mitarbeiter zu finden und den Kunden einen Sinn und positive Gefühle zu verkaufen. Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit stehen weit oben auf der Werteskala.

2. Fairer Umgang mit Mitarbeitern schafft Vertrauen

Vor allem flexible Arbeitszeiten, ein Mitarbeiterrestaurant und viele Teilzeitstellen machen gerade für Frauen und Mütter HiPP zu einem attraktiven Arbeitgeber. Um gute Bewerber muss sich HiPP wenig Sorgen machen. Für Auszubildende und Mitarbeiter werden Weiterbildungen, Kindergärten und soziale Annehmlichkeiten angeboten, damit sie sich wohlfühlen und lange bleiben.

3. Qualität und Kontrolle schaffen Vertrauen

Um das Vertrauen der Zielgruppe zu gewinnen, ist höchste Qualität die Basis von allem. Deshalb setzt HiPP auf Bio-Qualität. Dafür steht Claus Hipp mit seinem Namen. Bevor ein Gläschen das Haus verlässt, durchläuft es 260 Kontrollen. Das HiPP-Gütesiegel gibt Sicherheit. Damit übertrifft HiPP die gesetzlichen Anforderungen internationaler Bio-Anbau-Vorschriften.

4. Kundenbindung schafft Vertrauen

Die werdenden und jungen Mütter werden mit wertvollen Informationen rund um die Schwangerschaft und Stillzeit versorgt. In „Mein Baby Club“ gibt es Proben, Austausch, Expertenhotline, Ernährungspläne, Gutscheine, Tipps, Tabellen, Apps, Gewinnspiele u.v.m.

5. Fürsprecher sorgen für Vertrauen

Gerade Hebammen, Kliniken und Frauenärzte sind für einen Babynahrungshersteller wichtige Multiplikatoren. Für diese spezielle Zielgruppe schnürt HiPP ebenfalls interessante Marketingpakete, um das Vertrauen zu gewinnen.

6. Komplettes Produktsortiment schafft Vertrauen

Neben den beliebten Gläschen und Milch hat HiPP auch Spezialnahrung für besondere Anforderungen (wie z. B. Allergien) im Programm. Sondennahrung für Babys in Kliniken runden das Sortiment ab.

7. Kulleraugen und der gelbe Elefant sorgen für Vertrauen

Das putzige und einheitliche Produktdesign mit dem immer wieder auftauchenden gelben Elefanten bringt nicht nur Kinderaugen zum Leuchten. Mamas und Papas greifen offensichtlich gerne zu den niedlichen Gläschen, Fläschchen und Döschen. Wiederkehrende Zeichnungen in bunten, fröhlichen Farben und das Logo mit drei Herzen sorgen seit Jahren für Wiedererkennung und Markenaufbau.

Macht HiPP alles richtig?

Naja, auch bei HiPP geht etwas schief. So ist HiPP bei FOODWATCH wegen eines zu hohen Zuckergehalts im Kindertee in die Kritik geraten. Die Geschäftsführung hat jedoch sehr schnell entschieden, den Tee vom Markt zu nehmen. Weil HiPP das Produkt vom Markt nahm, obwohl davon keinerlei Gefährdung ausging, konnte man die Glaubwürdigkeit erhalten. Der süße Tee tauchte dann jedoch wieder mit anderem Namen auf. Der Zuckergehalt blieb, doch weil es kein Kindertee mehr war, wurde die Umetikettierung akzeptiert. Am Ende hat HiPP sein Gesicht gewahrt, doch ein fader Beigeschmack bleibt.

Trust-Selling und Markenvertrauen

So einfach kann Trust-Selling sein. Markenvertrauen aufbauen und Kunden anziehen. HiPP musste kein Marketingbudget ausgeben, um in China seine Produkte zu verkaufen. Die Kunden kommen von alleine, wenn man einer Marke vertraut. Werte, eine Mission, Qualität, Service, Innovation und eine ehrliche, emotionale Kommunikation nach außen ziehen Kunden an. In einer Zeit, in der Sinn und Nachhaltigkeit in die Kaufentscheidung einfließen, wird Markenvertrauen zu einem elementaren Bestandteil des Marketings. Überlegen Sie doch, wie Sie dies für Ihr Unternehmen übertragen können.

– Welche Werte wollen Sie innen leben und aussen sichtbar werden lassen?
– Wie können Sie Vertrauen bei Ihrer Zielgruppe aufbauen?
– Was wollen Sie tun, um Ihrer Marke Glaubwürdigkeit zu verleihen?
– Welche Maßnahmen würden zu mehr Geschäftsempfehlungen führen?
– Wo sind potenzielle Fürsprecher in Ihrer Branche, die Sie nutzen könnten?

Sie wollen mehr zum Thema Markenvertrauen und Trust-Selling wissen? Gerne in einer Beratung oder in einem Impulsvortrag.

 

 

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